Traditionsveranstaltung 30 x 30 am 25. Februar 2026 im Restaurant am Golfclub Dütetal | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Ein Abendessen, ein Ehrengast und ein Kulturprogramm

Traditionsveranstaltung 30 x 30 am 25. Februar 2026 im Restaurant am Golfclub Dütetal

Die magische 30 der Teilnehmerzahl wurde auch bei der mittlerweile 28. Veranstaltung dieses langjährigen Projekts der Bürgerstiftung erreicht. Zwischen den Gängen wurde das Menü mit Kostproben aus einer schier unübersehbaren Fülle garniert: Gute und weniger gute Witze, geistreiche und platte, zweideutige und unanständige, einmalige und abgedroschene, manche, die schnell wirken, andere, die länger brauchen, bei denen erst nach kurzem Nachdenken der Groschen fällt. Dafür ein Beispiel: Die Venus sagt zur Erde: “Du siehst aber schlecht aus!“ Da antwortet die Erde: „Ja, ich habe homo sapiens.“ „Ach,“ sagt die Venus, „das geht vorbei.“

Es begann mit Schüttelreimen „Freunde, sorgt für die Gesundheit, eh ihr gänzlich auf dem Hund seid,“ und dem Kalauer, oft ein Nonsens-Dialog: „Wo hast du denn deine Armbanduhr? Ach, die geht immer vor, sie ist sicher schon zuhause.“ Der Kalauer hat seine Ursprünge in der kleinen Stadt Kalau in der Niederlausitz, wo im 19. Jahrhundert vor allem Handwerksgesellen die simplen Wortwitze erfanden und damit wetteiferten. Der Journalist Ernst Dohm machte sie dann in der Berliner Satire-Zeitschrift „Kladderadatsch“ populär unter der Rubrik „Aus Kalau berichtet“. „So dicht du auch bist, Goethe war Dichter.“

Das Niveau wurde selbstverständlich noch gesteigert zu den höheren Stufen des Humors und den Techniken des Vortrags, wie erzählt man einen Witz, dass er auch ankommt. Der Hobby-Kabarettist Detlef Salomo erklärte, viele Witze sind kurze Dreiakter und führen in drei Schritten zur Pointe. Dafür gab es dann auch die passenden Beispiele. Keiner kann schlüssig erklären, warum Witze eigentlich witzig sind. Wir wissen aber, wie sie funktionieren. Eine Erwartung wird aufgebaut, die dann gebrochen wird. Wilhelm Busch: „Überraschung findet statt, wenn man nicht damit gerechnet hat.“ Für einen Moment wird uns die Sicherheit, die wir so lieben, genommen und die Perspektive gewechselt mit einem völlig unerwarteten Ende, der Pointe, die uns zum Lachen bringt. Damit werden wir angesteckt mit der gesündesten Infektionskrankheit, die wir kennen. Nach dem Lachen sinkt der Blutdruck und das Immunsystem verbessert sich. Insofern wurden an diesem Abend im wahrsten Sinn des Wortes Leib und Seele gestärkt. Der Humor ließ sich in Deutschland auch unter widrigen Umständen nicht einschüchtern. Der Kabarettist Werner Finck bewies im Dritten Reich den Mut zum renitenten Witz. In seinen Veranstaltungen saßen immer Spitzel. Einmal sprach er einen Gestapo-Mann direkt an: „Soll ich langsamer sprechen, damit sie besser mitkommen oder soll ich nachher mitkommen?“

Zum Abschluss der Hommage auf die Kunstform des Witzes wurde noch an diejenigen erinnert, die uns einen großen Schatz humoristischer Lyrik hinterlassen haben, wie Heinrich Heine, Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Wilhelm Busch, darunter auch Christian Morgenstern: „Korf erfindet eine Art von Witzen, die erst viele Stunden später wirken, jeder hört sie an mit Langeweile. Doch als hätt ein Zunder still geglommen, wird man nachts im Bette plötzlich munter, selig lächelnd, wie ein satter Säugling.“

Es gab viel zu Lachen an diesem Abend, obwohl uns in unserer wahnwitzigen Welt derzeit oft das Lachen vergeht. Dafür überbrachte der Ehrengast, der Leiter der Polizeiwache Ibbenbüren, 1. Polizeihauptkommissar Wolfgang Heeke, in seinem sachlich informierenden Grußwort die beruhigende Nachricht, dass wir über eine hervorragend aufgestellte und gut organisierte Polizei verfügen. In unserer Region können die Bürgerinnen und Bürger sicher leben und ruhig schlafen, wenn nicht Witze zu später Stunde noch nachwirken. Auch Nachwuchssorgen plagen den Ehrengast nicht, da viele junge Menschen den Polizeidienst als attraktiven und sinnvollen Beruf anstreben.

Der Ehrenvorsitzende Wolfgang Israel bedankte sich bei allen Mitwirkenden für einen rundum gelungenen Abend. Das beliebte Projekt 30 x 30 strebt noch das runde Jubiläum an.

Text: Detlef Salomo